Selbstverteidigung
Auszug 2

Der Start

Wie finden Sie die richtige Schule?Selbstverteidigungskurs

Heutzutage dürfte es nicht schwer sein, in der Nähe Ihres Wohnortes irgendeine Kampfkunstschule zu finden, denn diese schießen wie Pilze aus dem Boden. Es stellt sich dann natürliche für Sie die Frage, wenn dort nur Judo angeboten wird, Sie aber lieber Jeet Kune Do trainieren würden, ob Sie dort auf Dauer gut aufgehoben sind oder nicht doch gleich einige Mehrkilometer in Kauf nehmen, um eine Kampfkunst zu erlernen, hinter der Sie von Anfang an stehen. Dennoch wäre das doch für einen guten Anfang erstmal eine Lösung. Ein wenig problematischer wird es, wenn Sie nicht nur eine bestimmte Kampfkunst suchen, sonder auch noch innerhalb der Kampfkunst einen bestimmten Stil?  Vielleicht trainiert der Ihnen nahe Verein Shito-Ryu Karate und Sie wollen aber lieber Shotokan Karate praktizieren. Noch konfuser wird es, wenn Sie etwas suchen, welches Ihnen die Möglichkeit bietet, komplette Selbstverteidigung oder zumindest mehrere Kampfkunstarten innerhalb der Schule zu praktizieren.

Woran erkennt man eine gute Schule?

Jede Kampfkunst hat ihre Vor- und Nachteile, ihre Stärken und Schwächen. Die meisten Systeme und Stile haben sich auf bestimmte Bereiche spezialisiert. Jede Kampfkunst ist deshalb auf ihrem Spezialgebiet die beste, vernachlässigt aber notwendigerweise Aspekte, die andere Künste besonders in den Vordergrund stellen. Es gibt mehr als 500 Kampfsysteme und –Stile. Alle beanspruchen für sich den Titel "Das beste System" zu sein und haben meist recht.

Wollen Sie ihr Idealsystem finden, schlagen Sie nicht gleich im Branchenregister Ihres Telefonbuches nach, sondern überlegen Sie vorher, worauf Sie am meisten Wert legen. Nehmen Sie sich als erstes das Internet vor. Dort finden Sie, nach einer Einschränkung auf Ihren Landkreis eine riesige Anzahl an Schulen, oder Sie suchen direkt unter den gewünschten Sportarten die Verbände und haken dort weiter nach. Suchen Sie sich die Schule oder den Verein aus, der Ihren Wünschen entspricht. Die Nähe sollte genauso eine Rolle spielen wie die Trainingshalle, die Trainingszeiten, der Preis und die Gegenleistung.

Suchen Sie eine Schule, die Ihren Sportgeist anspricht? Eine Schule mit Sportwettkämpfen ? Dann sind Sie vielleicht bei Judo, Karate, Taekwondo oder Kickboxen am richtigen Ort. Oder sehen Sie eher den Selbstverteidigungsaspekt im Vordergrund, dann schauen Sie mal bei einer Hapkido-, Wing Tsun-, Jiu-Jitsu, Krav-Maga oder Aikido - Schule vorbei. Vielleicht sind Sie der harte Typ, den ein paar Schläge an den Kopf nicht abschrecken können? Wie wäre es mit Muay Thai oder Boxen? Möchten Sie etwas Sanfteres, um die inneren Organe und Ihre Gesundheit zu stärken? Wie wäre es dann mit Tai Chi Quan oder Qi Gong? Und für alle, die eher mehr Akrobatik wollen, wäre vielleicht eine Wu-Shu Schule das Geeignetste. Alle Stile haben etwas Gutes, und nur Sie entscheiden, in welche Richtung es gehen soll.

Wenn Sie denken, diese eine Schule käme in Frage, suchen Sie diese auf! Fragen Sie nach einem Probetraining und schauen Sie, ob das Training Ihre Erwartungen erfüllt. Stellen Sie Fragen und seien Sie kritisch! Um Ihre Entscheidung letztendlich zu erleichtern, besuchen Sie ruhig noch zwei, drei weitere Kampfkunstschulen, denn letztendlich wollen Sie dort künftig einen Teil Ihrer Freizeit investieren.

Worauf sollten Sie achten?Selbstverteidigungslehrgang

Zuerst sei einmal erwähnt, dass es zwei verschiedene Möglichkeiten zum Erlernen von Selbstverteidigung oder einer Kampfkunst gibt. Die erste Möglichkeit ist, sich einem Verein in seiner Nähe anzuschließen, der Ihnen zusagt. Die Beiträge in einem Verein sind oft um ein Vieles geringer, das Training muss deshalb aber nicht minderwertiger sein. Oft steht dem Verein ein Meister oder Dan-Träger vor und meist werden auch über das Jahr verteilt Lehrgänge mit anderen Meistern angeboten. Der Großteil der Vereine ist gemeinnützig und deshalb liegt das Augenmerk nicht so sehr auf den Einnahmen, auch wenn diese zum Überleben eines Vereines wichtig sind. Ein Nachteil kann sein, dass der Verein keine eigene Trainingshalle besitzt und sich somit die zur Verfügung stehende Hallennutzungszeit mit anderen Vereinen teilen muss, so dass nur an ganz bestimmten Tagen zu ganz bestimmten Zeiten trainiert werden kann und manchmal die Verfügung besonderen Veranstaltungen oder Ferienzeiten weichen muss. Dann fällt das Training einfach aus.

Die zweite Alternative ist die „wirtschaftliche oder gewerbliche Schule“. Hier finden Sie meist einen angemieteten Raum oder Saal vor, der im schlichten, asiatischen Stil eingerichtet wurde, mit genügend Trainingsutensilien, in welchem Sie mehrmals die Woche zum Trainieren gehen können. Vielleicht werden auch mehrere Kampfsysteme angeboten, Ferienzeiten gibt es eigentlich nicht und auch hier werden Sie mit Dan-Trägern und Meistern in Berührung kommen, die gerne bereit sind, Sie unter Ihre Fittiche zu nehmen. Diese gewerblichen Schulen leben von der Anzahl ihrer Mitglieder, denn es muss die Miete am Monatsende beglichen werden, die Sportgeräte müssen vielleicht noch abgestottert werden, Heizung, Wasser, Strom fordern auch Ihren Obolus und nicht zuletzt die Trainer und Inhaber, die davon Ihren Lebensunterhalt bestreiten. Daher müssen Sie hier mit höheren Beiträgen rechnen. Auch bei weiteren Lehrgängen, Verkauf von DVD´s oder Büchern sowie Club- T-Shirts, Fitnessgetränken ect. wird gewaltig in den Geldbeutel gegriffen.

Sie entscheiden, welchen Weg Sie gehen wollen. Ich sage hier nicht, dass das eine oder andere besser ist, da es noch auf viele weitere Faktoren ankommt.

Innerhalb des Dojo sollte eine angenehme Atmosphäre herrschen. Achtung und Respekt sind Grundlagen in der Kampfkunst. Sind die Trainingstage für Sie geeignet? Welchen Unterrichtsstil bevorzugt der Trainer? Geht er auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Schüler ein oder spult er nur ein vorgegebenes Programm ab? Ist er einfühlsam und besitzt trotzdem Autorität oder haben Sie einen kleinen Hauptfeldwebel vor Ihnen, unter dessen Schrei das Dach einzustürzen droht? Welche Aufstiegsmöglichkeiten sprich Gurtsystem sind gegeben? Man will ja hin und wieder wissen, ob man schon einen  gewissen Standart des Trainings erreicht hat. Welche Art von Mitgliedern teilen mit Ihnen das Training? Geht es dabei hart zur Sache (der Doktor freut sich schon) oder sind harte und verletzungsfreie Attacken verpöhnt, denn jeder muss ja am nächsten Tag wieder arbeiten oder zur Schule. Gibt es außer den normalen Trainingseinheiten auch sonst noch verlockende Angebote und Events zu nutzen?

Man könnte diesen Fragekatalog beliebig fortsetzen. Wichtig ist jedoch nur, dass Sie sich wohl fühlen.

 

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